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Grenzen des Stadtteils

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Als Darum nach Osnabrück kam
Belm (iza) Für viele alteingesessene Belmer gehörte das Dorf Darum wie selbstverständlich zum Belmer Gebiet. Das ist darauf zurückzuführen, dass die evangelische Kirche in Lüstringen, in die auch die Darumer gingen, zum Kirchspiel Belm gehörte. Als 1972 die Gebietsreform die Katasterkarten in der ganzen Republik neu mischte, kamen Darum, Gretesch und Lüstringen zum Stadtgebiet nach Osnabrück. Heute leben in den drei Gemeinden 7600 Einwohner. Die Darumer Straße verbindet den alten Belmer Ortskern mit Darum.

Albert-Schweitzer-Straße
Gretesch (tw) Die Straße von der Burg Gretesch bis zum Schledehauser Weg ist nach dem am 14. Januar 1875 im oberelsässischen Kaysersberg geborenen Albert Schweitzer benannt ist. Der Lebensweg des evangelischen Theologen, Musikers, Philosophen und Arztes führte ihn bis ins heutige Gabun, wo er 1913 das Urwaldhospital Lambaréné errichtete. Ein Jahr später musste er seine Tätigkeit dort unterbrechen, da er von den Franzosen interniert und 1917 nach Frankreich überführt wurde. In dieser Zeit verfasste er philosophische Schriften, unter anderem über seine Ethik der Ehrfurcht vor dem Leben. Nach dem Ersten Weltkrieg arbeitete er im Elsass als Assistenzarzt. Durch Orgelkonzerte verdiente er Geld für die Rückkehr nach Afrika, um dort 1924 das Urwaldhospital auszubauen. Schweitzer war Gegner des Nationalsozialismus und atomarer Rüstung. Für seinen Einsatz für die Menschheit erhielt er 1951 den Friedensnobelpreis. Schweitzer starb am 4. September 1965 in Lambaréné. Bis heute ist Albert Schweitzer in Frankreich nicht als einer der großen Söhne des Landes anerkannt. Hauptgrund dafür ist, dass sich der Elsässer zeitlebens als Deutscher sah. Sein Großneffe Louis Schweitzer wurde aber Vorstandsvorsitzender des Renault-Konzerns.

Am Boddenkamp
Lüstringen (tw) Der Name der Straße, die von der Stolberger Straße abzweigt und bis zum Brunnen führt, bezieht sich auf das Waldgrundstück Boddenkamp. Vor der Eingemeindung Lüstringens 1972 hieß diese Straße noch Gartenstraße. Sie wurde umbenannt, um nicht mit der gleichnamigen Straße in Sutthausen verwechselt zu werden.

Am Gretescher Turm
Gretesch (tw) Der frühere Wachturm im Bereich der Osnabrücker Landwehr gab der Straße, die von der Poststraße zur Oppelner Straße führt, ihren Namen. Bis in die 60er und 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts verlief die Straße weiter südlich, direkt vor dem Turm. Dann wurde sie verlegt. Früher war der Wachturm die Grenz-, Zoll- und Bewachungsstation an der Straße von Osnabrück über Schledehausen nach Buer. Der ursprüngliche Turm wurde mitsamt seinem Schlagbaum 1777 abgebrochen.

Am Grewenkamp
Gretesch (tw) Die Straße, die gegenüber dem Strothmannsweg von der Belmer Straße abzweigt, hat ihren Namen vermutlich von dem Schmied Grewe, dem dort früher ein Ackerfeld gehörte. Grewe betrieb auf dem Gelände der Firma Schoeller in Gretesch eine Schmiede. Später kaufte er einen Hof in Lüstringen und war dort auch als Schmied tätig. In diesem Gebäude, dem Hof Oltmann, hat heute der Künstler Thomas Johannismeier sein Atelier eingerichtet.

Am Hallenbad
Gretesch (tw) Der Name dieser Straße bezieht sich auf die Lage des Hallenbads am Lüstringer Berg. Dort können jedoch keine Schwimmer mehr in die Fluten springen. Das 1965 eröffnete Bad musste seinen Betrieb nach 34 Jahren, am 22. Juli 1999, einstellen, nachdem die TSG Burg Gretesch und die Stadt es nicht mehr finanzieren konnten.

Am Krähenhügel
Lüstringen (tw) Die Straße zweigt vom Stadtweg ab und führt auf den Schledehauser Weg, der 1934 ausgebaut wurde. Dabei wurden mehrere Kuppen abgetragen und Vertiefungen damit ausgefüllt. Der Krähenhügel hat seinen Namen vermutlich daher, weil dort früher große Bäume standen, auf denen sich die Krähen sammelten.

Am Steinbrink
Lüstringen (tw) Wer den Steinbrink von der Waldstraße hinunterfährt, der fällt zwar nicht tief, aber er landet im Tiefen Siek. Der Name der Straße, die inoffiziell auch als der "Blechkotten" bekannt sein soll, bezieht sich auf einen Steinhügel, denn das Wort Brink bedeutet nichts anderes als Hügel.

Am Tie
Lüstringen (tw) Vielen Golfern ist der Ausdruck "Tie" bekannt als Abschlagpunkt des Balles. Der Mittelpunkt eines Dorfes oder dessen Richt- und Versammlungsstätte wurde früher ebenfalls so genannt. Die Straße, die die Mindener und die Belmer Straße verbindet, liegt jedoch am Anfang von Lüstringen.

Am Ziegeleiplatz
Lüstringen (tw) Zwischen Hasewinkel und Siemensstraße liegt der Ziegeleiplatz. Der Name bezieht sich auf die 1895 erbaute Ziegelei, die früher südlich der Mindener Straße lag. Lange war sie dort jedoch nicht heimisch. Bereits 1937 wurde der Schornstein niedergelegt.

An der Ludwigshalle
Gretesch (tw) Die Straße, die vom Strothmannsweg abzweigt, trägt den Namen der Ludwigshalle. So hieß ein früherer von Ludwig Hehmann geführter Saalbetrieb, der den Osnabrückern nicht nur als Ausflugsziel diente, sondern auch als Vereinslokal oder um zu feiern. Im Dezember 1983 rückten die Bagger an, und das traditionsreiche Lokal fiel in Schutt und Asche. Damit ging nach 85 Jahren eine Ära zu Ende, an die sich viele ältere Bürger aus dem Stadtteil noch gerne erinnern. In Osnabrück sprach man allgemein von "Hehmann im Schinkel". Wer sich den amtlichen Plan mit den Stadtteilen anschaut, gerät ins Grübeln: Von Schinkel kann keine Rede sein, nicht einmal von Schinkel- Ost. Die Straße "An der Ludwigshalle" gehört heute eindeutig zu Gretesch. Bemerkenswert ist, dass sich die Bewohner dieses Viertels eher als Bewohner des Stadtteils Schinkel- Ost.fühlen, obwohl der erst jenseits der Autobahn A 33 beginnt.


Auf dem Gagen
Lüstringen (tw) Die Straße, die von der Siemensstraße abzweigt, lässt Böses ahnen. Doch wer genau hinsieht, wird nicht "Galgen", sondern Gagen lesen. Die Straße wurde nach der Eingemeindung 1972 nach der Flurbezeichnung benannt; vorher hieß sie Wiesenstraße. Auf dem "Galgen" wäre auch unpassend, denn von jeher sind die Lüstringer ein friedliches Völkchen und kämen nicht einmal im Traum auf die Idee, zum Beispiel ihre Darumer oder Gretescher Nachbarn aufzuknüpfen. Oder ist es doch nur ein Druckfehler, der sich über die Jahrhunderte bis in die Gegenwart überliefert hat?

Bauerschaft Lüstringen
Lüstringen (tw) Von der Mindener Str. führt die Bauerschaft Lüstringen in das Herz des Stadtteils hinein. Dort befand sich früher eine Reihe Lüstringer Höfe, an der die heutige Straße entlangführte und an sie erinnert.

Buchenbrink
Gretesch (tw) Neben der Bezeichnung "Villenstraße" klingt Buchenbrink bescheiden. Nach der Eingemeindung von Gretesch im Jahr 1972 wechselte jedoch der Name der Straße, die von der Mindener Straße zur Gerhard- Schoeller- Straße führt. Der Name Buchenbrink entspricht auch eher den Tatsachen als "Villenstraße", da dort tatsächlich Buchen zu finden sind. Der zweite Teil des Namens bezieht sich auf das alte Wort Brink, das leichte Anhöhe bedeutet.

Burg Gretesch
Burgstraße
Gretesch (tw) Lange Zeit rätselten die Gretescher, wo der Standort der mittelalterlichen Burg in ihrem Stadtteil lag. Im Juli 1984 entdeckte der Lüstringer Pastor Böder sie zufällig, als er ein Luftbild der Royal Air Force aus dem Jahr 1945 sah und die Konturen der Burg in der Niederung zwischen dem Bornhügel und dem Lüstringer Berg erkannte. Dort in der Nähe liegen auch die Burgstraße und die parallel dazu führende Straße Burg Gretesch, die der Burg ihren Namen verdanken. Mit der Grabung von 1987 bis 1989, die auf Initiative des dortigen Bürgervereins erfolgte, erlangten die Gretescher über den Standort der Burg Sicherheit. Die Funde sind heute im Museum zu besichtigen.

Darumer Straße
Darum (tw) Die Darumer Straße führt von der Lindenstraße in Belm bis zur Mindener Straße in Lüstringen durch - wie sollte es auch anders sein - Darum. Aber warum heißt Darum Darum? Der Name ist beileibe nicht von einem Ausspruch eines trotzigen Kindes abgeleitet, sondern fast 1000 Jahre alt. Darum ist die älteste Siedlung in der Lüstringer Mark. Um 1070 wurde Darum allerdings Thohem, 1252 Dhorhem und ein Jahr später Thornhem geschrieben. Obwohl vermutet werden könnte, dass damit das Heim des germanischen Gottes Thor gemeint war, bedeutete es Dornheim, also Heim der Dornen. Darum heißt Darum Darum.

Dresdener Straße
Lüstringen (tw) Die von der Stockumer Straße abzweigende Straße wurde nach der sächsischen Landeshauptstadt Dresden benannt. In unmittelbarer Nähe der Dresdener Straße liegen andere Straßen, die ebenfalls die Namen von Städten aus der einstigen DDR tragen. Damit wollten die Gemeinderäte nach dem Zweiten Weltkrieg ihre Verbundenheit mit den Heimatvertriebenen aus dem Osten demonstrieren.

Ernst- Reuter-Straße
Lüstringen (tw) Die Straße, die vom Stadtweg zur Albert- Schweitzer- Straße führt, erhielt ihren Namen von Ernst Reuter, der am 29. Juli 1889 in Apenrade geboren wurde. 1912 trat er der SPD bei. Nach dem Ersten Weltkrieg schloss er sich den Bolschewiken an und wurde unter Lenin Volkskommissar. In den ersten Jahren der Weimarer Republik war er ein führender Politiker der KPD. Später kehrte er zu den Sozialdemokraten zurück wurde 1926 Mitglied des Berliner Magistrats. 1933 wurde er zunächst in ein Konzentrationslager interniert, ging aber dann bis 1945 ins Exil in die Türkei. 1947 wählten die Berliner Reuter zum Oberbürgermeister. Während der Berlin- Blockade wurde er zur Symbolfigur des Durchhaltewillens und sprach in einer Rede den berühmten Satz: "Ihr Völker der Welt! Schaut auf diese Stadt…" Wenige Wochen nach dem Aufstand am 17. Juni 1953, dessen Niederschlagung er scharf kritisierte, verstarb Reuter 64- jährig am 29. September an den Folgen einer Grippeinfektion. Sein Sohn Edzard Reuter machte Karriere als Vorstandsvorsitzender von Daimler- Benz.

Glatzer Straße
Gretesch (tw) Ein Asyl für Glatzenträger ist in der Straße, die auf die Bornheide führt, nicht zu finden. Sie wurde nach der ehemaligen deutschen Stadt Glatz in Schlesien benannt, die heute Klodzko heißt und 30000 Einwohner hat. Wie die übrigen Ortsnamen wurde auch die Glatzer Straße von den Gemeinderäten in Verbundenheit mit den Heimatvertriebenen als neuer Straßenname vorgeschlagen.

Grunerstraße
Gretesch (tw) 1774 wurde der Landrat Christian Siegfried Gruner in Osnabrück geboren. 23 Jahre später hielt es ihn nach dem frühen Tod seines Vaters nicht mehr in seiner Geburtsstadt, und er wanderte in die Karibik aus. Auf der Insel St. Thomas kam der Kaufmann zu einem beachtlichen Vermögen. 1807 kehrte er als reicher Mann nach Osnabrück zurück und kaufte die alte Walkmühle und den Hof Redeker in Gretesch, wo er unter Anwendung moderner Maschinenkraft eine Papierfabrik gründete. Eine Dampfmaschine mit 20 PS Leistung ermöglichte den Übergang vom zeitaufwändigen Büttenschöpfen zur industriellen Papierproduktion. Nach Gruners Tod am 9. August 1855 blieb die Fabrik noch einige Zeit in Familienbesitz, bis sein Enkel 1894 die Firma an einen gewissen Felix Schoeller aus Düren verkaufte. Dessen Namen trägt die Firma noch heute.

Helmut-Stockmeier-Straße
Gretesch (tw) Wer auf der Sportanlage der TSG Burg Gretesch dem Ball nachjagte, dem wird der Name Helmut Stockmeier (1921- 1985) etwas sagen. 1964 war er der letzte Bürgermeister von Gretesch, bevor die Gemeinde 1972 zu einem Stadtteil Osnabrücks wurde. Er bemühte sich um den Bau des Hallenbads, die Erschließung neuer Baugebiete, den Ausbau des Straßennetzes in Gretesch und den Neubau der zentralen Sportanlage. Bis zum 27. März 1992 hatte die Straße, die an dem Sportplatz vorbeiführt, noch den schlichten Namen "Am Stadion". Sieben Jahre nach Stockmeiers Tod erhielt die Straße seinen Namen.

Herderstraße und Herderweg
Weststadt (tw) Johann Gottfried von Herder stand gleich zweimal Pate, um Straßen in Osnabrück zu benennen. Der am 25. August 1744 geborene Philosoph, Dichter und Theologe studierte in Königsberg, wo er die Bekanntschaft von Kant machte; später freundete er sich mit Goethe an. An dessen Wirkungsstätte Weimar wirkte Herder ab 1776 als Hofprediger und Generalsuperintendent. Der Vertreter des Sturm und Drangs erwarb sich einen Ruf als Übersetzer, dogmenfreier Theologe und einer der einflussreichsten Schriftsteller und Denker Deutschlands. Am 18. Dezember 1803 starb er in Weimar. Neben der Herderstraße im Katharinenviertel gibt es in Lüstringen einen Herderweg, der ebenfalls dem Dichter gewidmet ist.

Jenaer Straße und Jenaer Weg
Lüstringen/ Wüst e (tw) Der Thüringer Stadt Jena sind gleich zwei Straßen in Osnabrück gewidmet - in der Wüste und in Lüstringen. Die Straße liegt zwischen dem Gothaer und dem Meininger Weg, der Weg zwischen der Gubener und der Dresdner Straße. Diese Namensgebungen deuten auf die Verbundenheit der Stadt Osnabrück mit den Gebieten in Ostdeutschland hin, deren Bevölkerung nach dem Zweiten Weltkrieg 40 Jahre lang unter einem Regime lebte. Heute liegt die für ihre Optik- und Glasindustrie berühmte Stadt im 16. Bundesland der Bundesrepublik Deutschland..Donnerstag 09.06.2005 Nordstraße Gretesch (tw) Als Verlängerung des Ties führt die Nordstraße an der Autobahn A 33 entlang von der Belmer bis zur Bremer Straße. Die Gegenstücke zur Nordstraße, die Süd-, West- und Oststraße, liegen, den Himmelsrichtungen entsprechend, in Schinkel- Ost, in Schinkel und in Lüstringen. Sie alle sind aber wesentlich kürzer als die Nordstraße. Das ist auch darin begründet, dass der Rat am 16. Mai 1972 beschlossen hat, den Heuweg aufzuheben und diesen Straßenabschnitt an die Nordstraße anzugliedern.

Paul- Leo-Straße
Gretesch (tw) Die vom Strothmannsweg abzweigende und auf die Glatzer Straße führende Straße trägt den Namen des Pastors Paul Leo. Er wurde 1893 in Göttingen geboren. Der evangelische Geistliche bekannte sich gegen die Judenpogrome der Nationalsozialisten. Sein Bekenntnis brachte ihn von November 1938 bis Februar 1939 in ein Konzentrationslager. Die Haft überstand er unbeschadet. Leo starb 1958 in Dubuque in den USA.

Sackstraße
Lüstringen (tw) Die kurz vor dem Ortsausgang von der Mindener Straße abzweigende Sackstraße ist eine Sackgasse. Dies war nicht immer so. Erst als die Bahnstrecke Osnabrück- Melle gebaut wurde, ging es am Ende der Straße nicht weiter.

Schmiedeweg
Gretesch (tw) Von der Belmer Straße führt der Schmiedeweg auf den Grewenkamp. Diese Straßenführung hat auch mit der Namensgebung zu tun, denn am Grewenkamp soll eine Schmiede gestanden haben, die dem Schmied Grewe gehört hat. Da der Weg wohl direkt auf dessen Betrieb führte, erhielt er diesen Namen.

Siemensstraße
Lüstringen (tw) Die Vielzahl der Erfindungen der Brüder Karl- Wilhelm (1823 bis 1883) und Werner (1816 bis 1892) Siemens sind auch heute noch in vielen Haushalten anzutreffen. Die von der Mindener Straße abzweigende Straße erinnert an die erfinderischen Brüder, denen wir unter anderem ein Verfahren zur Stahlerzeugung, die Dynamomaschine, die Starkstromtechnik und die erste elektrische Eisen- sowie Straßenbahn zu verdanken haben. Der Siemens- Konzern zeugt noch heute von ihrem erfinderischen wie unternehmerischen Wirken. Die Brüder wurden vom englischen König beziehungsweise vom deutschen Kaiser in den Adelsstand erhoben. Doch die Wissenschaft adelte sie auf eine unsterbliche Weise: Der Buchstabe S wie Siemens bezeichnet die Maßeinheit der elektrischen Leitfähigkeit.